Geschichte

Das Anwesen mit der Fassbinderei Mickisch, Ringstraße 38, zählte ein zweigeschossiges Wohnhaus, eine Scheune und die Binderwerkstatt. Die Werkstatt mit 38er Ziegelmauerwerk, Holzfenstern und Blecheindeckung musste aus städtebaulichen Gründen abgerissen werden. Durch den Abrissbeschluss im Winter 1996 schockiert und um den Verlust wertvollen Werkstattinventars besorgt, ergriff Stadtrat Herbert Konrad die Initiative zur Rettung des noch verbliebenen Inventars. Innerhalb kürzester Zeit organisierte er Gelder und Personal zur Dokumentation der letzten Binderwerkstätte in Tirschenreuth.

Die Fassbinderwerkstätte Mickisch in Tirschenreuth, Bahnhofstr. Gebäude wurde 1997 abgerißen.

In seinem Vorhaben wird Konrad von der letzten Besitzerin, Frau Helga Zintl und deren Familie, stark unterstützt. Der einstige Familienbesitz wird der Stadt Tirschenreuth mit der Auflage überlassen, dies in Tirschenreuth zu bewahren. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Landesstelle für  nichtstaatliche Museen in München, des Freilandmuseums des Bezirks Oberpfalz Neusath-Perschen und der Stadt Tirschenreuth mit Bürgermeister Franz Fink an der Spitze konnte die Bergung und Fotodokumentation des Werkstattinventars – rund 470 verschiedene Objekte durch M.A. Frau Anita Zwicknagl im Winter 1996/97 durchgeführt werden. Anschließend folgte die Auslagerung der teils tonnenschweren Maschinen in ein kostenlos zur Verfügung gestelltes Gebäude der Firma Bayreuther. Nach weiteren 10 Jahren musste das Inventar in eine ehemalige Hamm-Halle umgezogen werden. (Auszug aus Aufsatz von Anita Zwicknagl)

Helga und Josef Zintl, vor einer hölzernen Badewanne, gestiftet von der Brauerei Baierl, Tirschenreuth.

Das Bestreben des AK war es immer, ein geeignetes Gebäude zu finden, wo die Gerätschaften – allesamt funktionsfähig- in einem Werkraum wieder aufgebaut werden können. Kein Museum sollte es sein, sondern ein Raum, wo die Maschinen wieder in Betrieb gesetzt werden können und jeder interessierte Mensch sich mit diesen fast in Vergessenheit geraten Fähigkeiten eigenhändig beschäftigen kann. Daran haben zwischenzeitlich fast 20 Männer und auch zwei Frauen Interesse und werden demnächst –im Frühjahr 2018- in ein Gebäude in Matzersreuth umziehen, endlich nach langer Zeit. Wobei die Kosten für die Unterbringung von der Stadt Tirschenreuth getragen wird, als Nachlassverwalter der Fassbinderei Mickisch.

Raritätensammlung – unwiederbringlich – wertvoll

Der AK sammelt unter anderem alte Werkzeuge, Maschinen, Rohstoffe, Produkte, Pläne, Bier- und Butterfässer. Er will historische Produkte für die Nachwelt erhalten, sich alte Handwerkstechniken von den noch wenigen Fachleuten zeigen lassen, übernehmen und nachmachen, um es der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Viele alte Werkzeuge und Geräte über die verschiedenen Handwerksberufe sind somit für die Nachwelt bewahrt, können angesehen und benutzt werden.